Fanfaren und Lichtgewitter aus Kadebostan

Delivered... Thomas Burkhalter | Scene | Fri 28 Dec 2012 8:00 am

Der Elektronika-Produzent Kadebostan lebt in Genf und ist Diktator der imaginären Republik Kadebostan. Er mischt Melodien, Rhythmen, Klänge und Bilder aus Weissrussland und Südosteuropa mit elektronischen Beats und Ohrwurm-Pop. Am 4. Norient Musikfilm Festival tritt seine National Fanfare of Kadebostany mit den hypermodernen Projektionen und Lichtspielen der Supermafia VJs auf. Ein kontrastreicher audio-visueller Trip - Sonntag 13.1.2013, Turnhalle Progr Bern, am 4. Norient Musikfilm Festival.


 
Einen Namen hat sich Kadebostan zuerst in Deutschland gemacht: als ekstatischer DJ, und als Elektronika-Produzent auf dem Trend-Label «Freude am Tanzen». Dort erschien bereits seine erste Schallplatte in Gold: The Gold Retrospective 2007-2012. Gold, das passt perfekt zu Kadebostan’s erstem Bandprojekt: The National Fanfare of Kadebostan – die Staatskappelle der imaginären Republik Kadebostan.

- What’s the best way to represent a culture?
- With music of course!
- So why not create the Fanfare of my country? (Kadebostan, 2011)

Mat Schulz, Kurator vom Unsound Festival in Krakau, stellt Kadebostan 2008 das weissrussische Kammerensemble Rational Diet vor. Es macht sofort «Klick». Mit Cello, Geigen, Akkordeon, Banjo, Hörnern, Klavier, Gitarren und Elektronika treffen sich die Musikerinnen und Musiker immer wieder zu Sessions und improvisieren im Irgendwo zwischen experimenteller und Neuer Musik, osteuropäischer Volksmusik und Minimal Elektro. Kadebostan nimmt alles auf und produziert aus dem vielfältigen Material die erste gemeinsame CD Songs from Kadebostany (2011 / siehe Review auf Norient.com). Die Entscheide fällt, wer sonst, Kadebostan höchstpersönlich: «Ich bin der Diktator. Kompromisse will ich nicht. Der Final Cut gehört mir. Keiner in der Band hat bislang protestiert», sagt der Perfektionist und Präsident– von Gottesgnaden.

«Walking with a Ghost»

Mit dem Videoclip «Walking with a Ghost» (2012) setzt das Projekt ein prägnantes künstlerisches Statement – gefilmt vom Schweizer Regisseur Steven Blatter und ins Licht gesetzt vom Neuenburger Künstlerkollektiv Supermafia VJ’s. Zwischen Blitz und Schatten posaunt die Staatskappelle hier in einem postmodernen Kostümspektakel.

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Die Protagonisten: Präsident Kadebostan und vier Mitmusikerinnen und Musiker. Sie tragen blaue Napoleon-Uniformen, hohe militärische Stiefel und Breeches-Reithosen. Die Sängerin Amina: im weissen Trägershirt mit Schulter-Epauletten. Drei Ballett-Tänzerinnen, mit Uniform-Jacke und nackten Beinen. Eine Posaunistin mit Militärmütze, Netzstrümpfen und nacktem Oberkörper. Dazu spärliche Requisiten: Zwei Fahnen der Republik Kadebostan; weiss mit rotem, verwaschenem Querstreifen, ein Wappen mit zwei sitzenden Geparden, ein grosses K, und der Schriftzug «Research and Discovery» – stehen sie kurz vor einem imperialistischen Feldzug? Und lange L.E.D Neonlicht-Leuchten, die mal vertikal das Bild in zwei Hälften teilen, horizontal als Ballettstangen dienen, oder auch mal den Körper der Posaunistin in Gegenlicht tauchen.

Auch die musikalischen Elemente sind klar gesetzt: Perlender Klavier-Lauf und Klavier-Begleitung erinnern an strenge Korrepetionen in russischen Ballettsälen. Trommelwirbel, Trompeten-, Posaunen- und Tuba-Fanfaren an militärische Paraden – auch ein wenig an Südosteuropa. Nur dezent flechtet sich die Welt der elektronischen Musik ein: ein paar Subbässe, und milde Soundeffekte, etwas Hall und Echo auf Aminas Soul-Jazz-Ohrwurmstimme. Die Sängerin lockt uns ins Wellental einer schwierigen Liebe – sie singt nostalgisch traurig am Anfang, schreit bald voller Zorn, und improvisiert schliesslich einen verspielt, kindlichen Scat-Gesang

In drei Kapiteln ohne Wiederholungen entwickeln sich Musik und Liebesgeschichte vorwärts – mit zwei pointiert gesetzten Generalpausen. Protagonisten und Requisiten werden im Wechselspiel angezoomt: Präsident Kadebostan, Ballerinas, Posaunistin, Fahnen, Leuchtstangen, eine beleuchtete Treppe. Ein paar Stroboskop-Effekte, etwas künstlicher Rauch. Alles ist perfekt inszeniert, nichts wirkt überladen. Ein visuelles Spiel mit Symmetrie und Asymmetrie. Musikalisch, ein Ohrwurm.

Die Symbolik des Videoclips könnte provozierend oder abgegriffen wirken, sie bleibt aber kaum greif- oder angreifbar: die Faszination fürs Militär (Uniform, Breeches-Hose, oder die gewaltige Ästhetik); der erotische Frauenkörper, im Halbschatten, oder versteckt hinter Posaune und Tuba; der poetische Balletttanz an den Leuchtstangen. «Walking with a Ghost» formt aus Klischees und Kitsch eine wirkungsvolle audio-visuelle Geschichte. Eine fantasievolle Kunstwelt.


 
Tiefe Emotionen und Sinneseindrücke

«Ich habe mich nie lokal verankert gefühlt», erzählt Präsident Kadebostan im Interview – im Genfer Exil. Mit Weltmusik aber will er nichts zu tun haben. Um diese Assoziation zu vermeiden, heisst seine Fanfare seit 2012 denn auch bloss noch Kadebostany: «Ich will nicht Musik von hier und dort mischen. Ich will aus Materialien dieser Welt meine eigene Musik schaffen, geleitet von tiefen Emotionen und Sinneseindrücken. Kadebostany soll eine eigene, neue Welt sein».

In Songs of Kadebostany (2011) waren die Referenzen an Volksmusik und «Weltmusik» noch klar zu identifizieren: Ziegen meckern, Kühe muhen, Sängerinnen singen weissrussische Ohrwürmer, gestützt von polyrhythmischer Perkussion. Auf dem Album Pop Collection (erscheint 2013) sind bloss noch die Trommeln und Fanfaren da, spielen aber stärker im Hintergrund. Einprägsam klingt die Soul-Jazz-Stimme von Amina über Synthesizer-Pop.

Live, übrigens, verliert der Präsident derweil Haltung und Hut – und mutiert zum wilden Club-DJ. Es soll viel Wodka fliessen hinter der Bühne – verraten anonyme Dissidentinnen. Die Fanfare spielt auf: zum präzis inszenierten, ekstatischen Trip!

Im Präsidenten-Palast

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Diskographie

The National Fanfare of Kadebostany. Songs from Kadebostany. 2011. Mental Groove
Kadebostany. Pop Collection. 2013. Mental Groove
Kadebostan The Gold Retrospective 2007-2012. 2012. Freude am Tanzen.

Konzert: Sonntag 13.1.2013, Turnhalle PROGR Bern.

Mit Kadebostan (president, samples), Amina (voc), Filf Léonard (g, b), Jaafar Aggiouri (sax, key, voc), Ross Butcher (tb), Stage Visuals (vj).

Tickets für das Konzert der National Fanfare of Kadebostany sind im Vorverkauf via bee-flat erhätlich.


 

«Almost Famous» – Die Bounce-Queen Big Freedia

Delivered... norient | Scene | Fri 21 Dec 2012 6:45 am

Ein Sneak-Preview des Filmporträts über die Sissy-Bounce-Queen Big Freedia. Bounce ist energiegeladener Musik-, Rap- und Tanzstil aus New Orleans, «Sissy Bounce» dessen queeres Subgenre. Der Film gibt Einblicke in eine Szene, die es zwar schon seit mehr als zwanzig Jahren gibt, hier aber nur wenigen bekannt sein dürfte. Am Samstag, 12. Januar 2013 um 22.30 am 4. Norient Musikfilm Festival. Danach Club Bonsoir. Am Freitag 11. Januar offeriert Big Freedia zudem einen Bounce-Tanzkurs in Bern.

Foto: Aubrey Edwards


 
Dass er das Zeug zur Rampensau hat, entdeckt Freddie Ross im High-School-Chor, den er lange dirigiert. Wenig später steht er mit der Bounce-Drag-Ikone Katey Red auf den schmuddeligen Bühnen der Nachtclubs und Sportbars von New Orleans. Er tanzt für sie, schmettert Background-Vocals und wird als ihr neuer Protegé in die wilde Bounce-Welt eingeführt. Dort heisst Freddie nur noch «Big Freedia Queen Diva» und ist gnadenlos sexy: Punkig gestylte Haare, pinke Glitzerblazer, ein silberner Fächer und lange Ohrringe. Wenn sie, nun mit eigenem DJ und Tänzern, auf der Bühne steht und «Azz everywhere, azz everywhere» zu hyperaktiven Beats aus dem Drumcomputer rappt, scharen sich die jungen Frauen um sie. Sie wackeln exzessiv mit dem Hintern, bestenfalls während sie Kopfstand machen.

Bounce ist eine repetitive und energetische Form des Hip-Hop aus New Orleans, die Ende der 1980er Jahre entstanden ist. Die Partymusik setzt weniger auf Introspektion à la Counsciouss-Rap, sondern ist ganz klar auf die Interaktion mit dem Publikum ausgerichtet. Typisch dafür ist der Call-and-Response-Stil, der unter anderem auf die Gesänge der Mardi Gras Indianer zurückgehen könnte (Siehe Norient-Artikel von Georg Modestin Begrabt das Kriegsbeil und New Orleans’ musikalische Wiedergeburt von Jonathan Fischer). Wie im Hip-Hop wird fleissig gesampelt: «Rock the Beat» von Derek B ist eine beliebte Quelle und irgendwie ist auch der berühmte «Triggaman»-Beat aus dem Song «Drag Rap» der Showboys immer zu hören.

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Wie für die gesamte Musikszene von New Orleans ist Hurricane Katrina 2005 auch für Big Freedia ein Wendepunkt: Nach ihrem kurzen Exil in Texas ist sie eine der ersten Bounce-Rapper, die nach New Orleans zurückkehren: «Der erste Club, der in New Orleans wieder öffnete war das Caesar‘s. Sie wollten dort sofort etwas regelmässiges mit mir aufbauen. Wir riefen also die FEMA Fridays ins Leben. Es war zu der Zeit der einzige geöffnete Club und viele Leute hatten Geld von Katrina, die ganzen Schecks und so. Die Lebensfreude in diesem Club war unglaublich.» [1]

Seit 2010 wird die Lokalmatadorin auch von alternativen Clubs in New York und in anderen Städten der USA gebucht. Bounce aus New Orleans erhält damit den exotischen Touch der «crazy» Südstaaten, wie New York Times-Musikjournalist Jonathan Dee beobachtet: «Innerhalb von New Orleans ist das geniale an Sissy Bounce, dass er perfekter Mainstream ist. Im Rest der Welt ist das geniale an Sissy Bounce, wie unglaublich alternativ er ist.» [2] Mit dem Aussenblick bekommt nun auch der queere Aspekt viel mehr Aufmerksamkeit – und ein Label. Der Begriff «Sissy Bounce» wurde vor allem von der Musikjournalistin und Bounce-Expertin Alison Fensterstock geprägt, denn so lässt sich der Bounce der queeren Rapper als subversive Subkultur vermarkten. [3] Die homosexuellen, afroamerikanischen Bounce-Sänger wie Big Freedia, wehren sich aber gegen solche Abgrenzungen: «Versteh mich nicht falsch, ich bin ein schwuler Rapper. Aber wir unterscheiden einfach nicht zwischen Hetero-Bounce und Sissy Bounce. Es ist alles Bounce Musik.» [4]
 

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Bei diesem Selbstverständnis wundert es auch wenig, dass Sissy Bounce in der aktuellen Debatte um die Gay-Rapper Le1f, Mykki Blanco und Zebra Katz (siehe Norient-Artikel von Christian Werthschulte Gayngster Rap)– die knallig und selbstbewusst alte Hip-Hop-Stereotypen über den Haufen werfen – nicht auftaucht. Auch beim amerikanischen Homohop-Movement der letzten Dekade bleibt Sissy Bounce aussen vor. Die LGTB-Rapper um Tori Fixx, QBoy und Deep Dickollective – wie 2006 im Film «Pick up the Mic» (2006, Regie: Alex Hinton) dokumentiert –, versuchen aktiv eine queere Community innerhalb des Hip Hops aufzubauen, Herausforderungen des Queer-seins in Texten zu thematisieren und der Homophobie im Hip-Hop und in der Gesellschaft zu kontern.

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Queer-Sein ist bei Sissy Bounce zwar Teil der Show und auch in den Texten unüberhörbar, aber damit ist – wenn überhaupt – nur zufällig eine politische Mission verbunden. Das liegt keineswegs nur daran, dass Bounce «just for fun» ist. Einerseits, wie Alison Fensterstock schreibt, hat offene Homosexualität und Crossdressing auf den Bühnen von New Orleans schon seit den 1940er Jahren eine Tradition: von Travestie-Clubs über Drag-Kostümbälle an Halloween bis zum Karneval, bei dem mit Geschlechtsidentitäten- und performances sowieso sehr locker umgegangen wird. [5] Andererseits geht es bei Sissy Bounce nicht um eine Musikkultur von queeren Rappern für ein queere Szene oder gegen einen homophoben Mainstream: das Publikum an Bounce-Abenden in New Orleans ist zu 70% weiblich und zum Grossteil heterosexuell.

Foto: Aubrey Edwars


 
Damit läuft im Club eine komplexe Dynamik ab: die hochsexualisierten Tänze der Frauen sind ganz klar auf Big Freedia gerichtet – ohne dass explizit Begehren im Spiel ist. So spricht die Queen Diva auch während der Show mütterlich von «my girlz» und versteht sich als Beschützerin – zum Beispiel stoppt sie die Musik und mahnt ins Mikro, wenn Männer im Publikum übergriffig werden. Die Drag-Queen auf der Bühne bildet eine Art Solidaritätsraum mit dem weiblichen Publikum, das sich mit den an (und gegen) Männer gerichteten Texten von Big Freedia identifizieren kann. Die jungen Frauen können zudem im Tanz ihre Sexualität aktivieren, ohne diese ausagieren zu müssen – ein Balztanz ohne Adressanten als punkiger Befreiungsakt.

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Einblicke in die Szene um Big Freedia gibt der Film von Renee Moncada-McElroy, der am Samstag 22.30 als Sneak-Preview zu sehen ist. Big Freedia und die Regisseurin stehen zur Diskussion um Sissies, New-Orleans-Bounce und exzessives Po-Wackeln auf der Bühne bereit. Nach einem Tanzkurs mit Big Freedia (Freitag 18.00, Club Bonsoir) sind dann auch die Berner Füdeli-Muskeln trainiert, um im Club Bonsoir rhythmisch zu zappeln. Und sollte das jemand falsch interpretieren, keine Angst, Big Freeda Queen Diva schreitet helfend ein.

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[1] Die Federal Emergency Management Agency (FEMA) ist die nationale Koordinationsstelle der Vereinigten Staaten für Katastrophenhilfe.
[2] Big Freedia im Artikel New Orleans‘s Gender-Bending Rap von Jonathan Dee, 22. Juli 2010, New York Times.
[3] Das Wort «Sissy» (abgeleitet von «Sister») ist in diesem Kontext eine positive Umdeutung der pejorativen Bezeichnung für einen Mann, der nach traditionellem Rollenverständnis als «schwach» gilt.
[4] CULTURE BEAT: A new play celebrates bounce music and New Orleans’ culture von Jordan Flaherty, 29. Mai 2009, Facing South.
[5] Sissy Strut von Alison Fensterstock, 12. August 2008. Siehe auch Norient-Artikel Sissy Bounce Rap from New Orleans.


 

Freitag, 11. Januar 2013 um 18:00, Club Bonsoir, Bern: Bounce Tanzkurs mit Big Freedia!
Samstag, 12. Januar 2013 um 22.30, Kino Reitschule: Sneak-Preview des Films «Almost famous»
Samstag, 12. Januar 2013 um 23.30 (Türoffnung), Club Bonsoir: Big Freedia – Sissy Bounce Queer Rap Party

Media : WATCH: WHY? Travel To A Winter Wonderland In “The Water You Walk” Video

Delivered... info@filtermmm.com | Scene | Thu 20 Dec 2012 10:00 pm
WATCH: WHY? Travel To A Winter Wonderland In “The Water You Walk” Video

WHY? has had a pretty big 2012; from releasing their fifth full-length album--Mumps, Etc.--to talking to FILTER about breakfast foods he loves.

To fully bring the year to a close with a bang (in only the way that Yoni and co can), the Berkeley group has just released a video for "The Water We Walk".

The song, which will be the B-side to a 7" single for "Waterlines", features the Christmas song staples of jangly bells and warm wishes, but the video follows a more mystical journey to a wintery island. Check out the entire video for "The Water We Walk" and WHY?'s upcoming tour dates below!

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Media : WATCH: WHY? Travel To A Winter Wonderland In “The Water You Walk” Video

Delivered... info@filtermmm.com | Scene | Thu 20 Dec 2012 10:00 pm
WATCH: WHY? Travel To A Winter Wonderland In “The Water You Walk” Video

WHY? has had a pretty big 2012; from releasing their fifth full-length album--Mumps, Etc.--to talking to FILTER about breakfast foods he loves.

 

To fully bring the year to a close with a bang (in only the way that Yoni and co can), the Berkeley group has just released a video for "The Water We Walk".

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Media : WATCH: FILTER and Dr. Martens present A Band is Born featuring School Of Seven Bells

Delivered... info@filtermmm.com | Scene | Wed 19 Dec 2012 9:37 pm
WATCH: FILTER and Dr. Martens present A Band is Born featuring School Of Seven Bells

We've always heard the phrase "some things are just meant to be" thrown around, but now we know for a fact that without this fateful meeting the music world definitely would have suffered!

Alejandra de la Deheza and Benjamin Curtis were living in New York, but had never met until they were both in LA playing with their own bands (On!Air!Library! and Secret Machines respectively) opening for Interpol. Creative sparks flew and School of Seven Bells turned into a true fire.

In "A Band Is Born featuring School of Seven Bells" Part 1, Alejandra and Benjamin invite us to learn the history of School of Seven Bells. We get to hear how they met and the story of their early collaborations, while getting a peek at their rehearsal space and their old neighborhood.

Dr. Martens recognizes, salutes and supports those with Individual Style and United Spirit. Together with FILTER Magazine, Dr. Martens tells the story of how a band is born featuring School of Seven Bells.

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Media : WATCH: Milo Greene Discuss The Band’s Prolific Beginnings On CBS News

Delivered... info@filtermmm.com | Scene | Wed 19 Dec 2012 8:30 pm
WATCH: Milo Greene Discuss The Band’s Prolific Beginnings On CBS News

Ever since we began listening to Milo Greene's debut album, we've been hooked on watching interviews featuring the L.A. quintet (you may recall the Baeble Session in October).

The latest video detailing the band's fruitful career thus far is CBS News' video, "In Tune with Milo Greene," located below. Hear all about what role Seattle had in the band's beginnings and why hummus and pita were consumed like mad this year.

There are also several sweet clips of MG performing live, showcasing their impressive harmonies and melodies, which define the band's self-described genre of "cinematic pop." C'mon, click play already!

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«Liquid Land» – Auf unstabilem Grund

Delivered... Thomas Burkhalter | Scene | Wed 19 Dec 2012 6:53 am

Im Film «Liquid Land» sprechen Musiker der experimentellen improvisierten Szene über ihre Stadt. Darüber, wie die Rituale von New Orleans ihre Musik prägen, wie das Leben im sumpfigen Delta von New Orleans das Denken beeinflusst, und wie jeder mit jedem musiziert in dieser Stadt. Musik, Interviews und Bilder aus New Orleans. Ein Interview mit der Schweizer Filmemacherin Michelle Ettlin und dem Schweizer Musiker Simon Berz. - Film, Konzert und Kreolische Küche gibt es live am Do. 10.1.2013 am 4. Norient Musikfilm Festival.

Aurora Nealand (Foto: Michelle Ettlin)


 
Thomas Burkhalter: Michelle Ettlin, wie ist es zu diesem Film gekommen?

Michelle Ettlin: 2009 waren Simon Berz und ich das erste Mal in New Orleans. Wir waren an Konzerten von Improvisationsmusikern, die uns in der Art und Intensität ihres Spiels faszinierten. Uns war klar: Wir müssen nach New Orleans zurückkehren. Simon Berz realisierte dann das Projekt 10×10=11, in dem er aus Abfall Instrumente baut. Das war die ideale Ausgangslage für New Orleans. Wir nahmen Kontakt mit der dortigen Szene auf und legten los.

Hört und seht ihr Unterschiede zwischen Improvisationsmusikern in der Schweiz und in New Orleans?

Ettlin: Speziell ist, dass diese Musiker alle ausschliesslich von der Musik leben – das ist bei uns nicht so. Damit sie das schaffen, spielen sie aber in allen möglichen musikalischen Genres: Jazz aus den 1920er Jahren, Modern Jazz, Rock und Improvisationsmusik. Ich glaube, sie haben gerade dadurch einen anderen Zugang zur improvisierten Musik als Musiker in Europa. Sie sind vielleicht etwas offener. Jeder unterstützt jeden, jeder geht ans Konzert des anderen – bei uns ist das längst nicht immer so.

Simon Berz: Das würde ich unterstreichen. Der Zusammenhalt der Musiker ist wirklich gross. Sie veranstalten auch selber Festivals. Und das Können dieser Musiker, das hat Michelle bereits gesagt, ist wirklich riesig. In Bern werden wir mit dem grossartigen Spoken Word Künstler Moose Jackson auftreten, dessen Texte zu New Orleans bringen für mich das Lebensgefühl dort irgendwie auf den Punkt. Mit dabei sind dann die grossartigen Rob Chambre, Justin Peake und Aurora Nealand. Alle sind weit über New Orleans heraus bekannte Improvisationskünstler.

Moose Jackson (Foto: Michelle Ettlin)


 

 

Im Dokumentarfilm «Liquid Land» redet der Musiker James Singleton davon, dass das Leben in New Orleans voller Feste und Rituale sei. In allen diesen Ritualen spiele die Musik eine entscheidende Rolle. Das präge die Szene. Habt ihr das auch so erlebt, oder ist das auch ein klein wenig ein Klischee?

Ettlin: In New Orleans spielt die Musik schon eine riesige Rolle. Sie ist nicht nur Hintergrundmusik, wie bei uns im Radio. Ständig gibt es Umzüge, die Musik lebt auf der Strasse. Und wenn jemand gestorben ist, gibt es eine «Second Line», das heisst, der Sarg wird durch die Strassen getragen, flankiert von Musikern, die zu Ehren des Verstorbenen aufspielen.

Welchen Stellenwert hat die improvisierte Musik in dieser Stadt der Musik?

Ettlin: Neben all den Kollaborationen, von denen ich vorher gesprochen habe, gibt es natürlich auch Grenzen. Schwarze und weisse Musiker spielen sehr oft in getrennten Szenen, das ist einfach ein Fakt. Es scheint noch immer ein weiter Weg zu sein, bis diese Gemeinschaften näher zusammenfinden. Und doch kommen alle Musiker, die in New Orleans leben, natürlich mit ganz vielen Stilen in Berührung, manchmal einfach passiv.

Berz: In unserem Projekt «Liquid Land» spielt kein einziger schwarzer Musiker mit. Wir hatten auch keinen Kontakt zu schwarzen Musikern. Ich weiss nicht genau, was der Grund war dafür.

Ettlin: Ich habe versucht, dieser Frage auf den Grund zu gehen und habe viele Leute gefragt. Die Antworten waren sehr unterschiedlich. Viele behaupten, dass viele schwarze Musiker sehr stark in den Traditionen der «Second Lines», der Brassbands und der Funkmusik aufgewachsen sind. Sie verdienen in diesen Bands auch ihren Lebensunterhalt und haben kein Interesse, improvisierte Musiker vor fünf Gästen für wenig Geld zu spielen. Wenn sich ein Musiker für improvisierte Musik interessiert, so zieht er darum besser nach New York oder Chicago. Dort ist das Publikum für diese Musik grösser. Aber natürlich gibt es wohl viele weitere Gründe.

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Was waren die Fragen, die Du anhand des Musikprojektes Liquid Land in Deinem Film einfangen wolltest?

Ettlin: Mich haben die Musiker interessiert, die in diesem Projekt mitspielen. Wer sind sie, wie leben sie in New Orleans? Im Film steht zuerst mal die Musik im Zentrum, von ihr aus ziehe ich dann aber mit den Musikern mit. Und ich habe nach sehr persönlichen visuellen Eindrücken gesucht in New Orleans. Ich wollte kein klischiertes New Orleans zeigen.

Ihr kommt gerade zurück von einer USA Tournee und habt den Film auch am Filmfestival von New Orleans gezeigt. Wie ist der Film dort angekommen?

Ettlin: Die Reaktionen waren extrem positiv. Es sind einige Leute auf mich zugekommen und haben betont, wie froh sie seien, einmal andere musikalische Bilder aus ihrer Stadt gesehen und gehört zu haben. Nach dem Hurrikan Katrina habe es doch sehr viele Filme gegeben, die sich glichen. Und sonst gibt es halt viele Filme zu Brassbands, Jazz und Funk.

Jetzt kommt ihr mit dem Projekt in die Schweiz? Was ist Euer Ziel? Was dürfen wir erwarten?

Berz: Eine Idee mit diesem Film ist, improvisierte Musik auch einem breiteren Publikum vorstellen zu können. Wir haben auch eine Spitzenköchin dabei, Miz Mockingbird, auch eine bekannte Radiomodertorin auf dem Sender www.wwoz.com. Sie hat eine weltweite Fangemeinde. Dann ist da eben der Poet Moose Jackson, der viel über das Lebensgefühl von New Orleans aussagt. Wir freuen uns extrem, den Leuten in der Schweiz andere Höreindrücke aus New Orleans zu offerieren.

Simon Berz (Foto: Michelle Ettlin)


 

«Liquid Land» am 4. Norient Musikfilm Festival

Donnerstag, 10.1.2013, 20:00 – r3s3t @ Rössli Bar, Reitschule Bern
Kreoles Essen aus New Orleans von Miz Mockingbird! Essen auf Anmeldung via E-Mail.

ab 21:15 – r3s3t @ Rössli Bar, Reitschule Bern
«Liquid Land» – Film von Michelle Ettlin, Schweiz/USA, 2012, 61 min.

Anschliessend an den Film Konzert mit den ProtagonistInnen des Films: Simon Berz (dr, elec), Moose Jackson (spoken word), Rob Cambre (g), Justin Peake (dr, elec), Aurora Nealand (sax).

Foto aus dem Film «Liquid Land» (von Michelle Ettlin)


 

Media : WATCH: Talib Kweli Delivers An “Outstanding” Video Featuring Ryan Leslie

Delivered... info@filtermmm.com | Scene | Tue 18 Dec 2012 7:12 pm
WATCH: Talib Kweli Delivers An “Outstanding” Video Featuring Ryan Leslie

In the lovely Issue 50 of FILTER magazine, influential Brooklyn hip-hop artist, Talib Kweli, stated, "for the artists that have remained conscious, it is a challenge. It’s one of the hardest things to do, to be relevant and be dope and still wear it.”

Kweli's illustrious career is as rich and relevant as ever, with the upcoming 2013 release of Prisoner of Conscious. For now, check out his new video for "Outstanding," featuring Ryan Leslie, who also directed the video.

There's bodacious babes, Leslie's delicate piano and smooth vocals, plus our perceptive and dapper hero rapping while rocking all sorts of hats; from a backwards Yankees cap, to a fedora, to a bowler hat. The song title speaks for itself. 

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Media : WATCH: FILTER & Converse Present Caveman Talking Shop And Friendship

Delivered... info@filtermmm.com | Scene | Tue 18 Dec 2012 6:00 pm
WATCH: FILTER & Converse Present Caveman Talking Shop And Friendship

FILTER and Converse have teamed up to bring you a series of content featuring artists and what makes them unique. In our last video we chatted with electro-poppers Phantogram, but now we're talking shop with New York's own Caveman.

Converse met up with Caveman's own Matthew Iwanusa (lead vocals, guitar, drums) and Jimmy “Cobra” Carbonetti (guitar) to talk about their humble beginnings in high school, how working in a guitar shop can inspire a band's passion and what's the best way to get rid of a Déjà vu moment. When you know that Caveman's unique brand of sprawling, experimental rock comes from a place of love, friendship and mutual respect, it makes the songs sound so much sweeter.

Check out the video full of great antedotes and guitar-crafting below and make sure to stay tuned for more exclusive content courtesy of FILTER and Converse!

Media : WATCH: Kriget – “Holy Mountain”

Delivered... info@filtermmm.com | Scene | Tue 18 Dec 2012 5:44 pm
WATCH: Kriget - “Holy Mountain”

 

Swedish super-label INGRID has been pushing the envelope since it's debut earlier this year, and latest signing, Kriget, is continuing that trend. Comprised of Christoffer Roth, Gustav Bendt and Per Nordmark, Kriget (Swedish for War) take inspiration from pioneers in the margins of pop, with just bass, drums and a really angry sounding saxophone. There's nothing obvious about what their doing, and that's the beauty of it. Their 7" for the killer track Holy Mountain is out digitally now, and will drop physically in February via The Control Group in the USA. Make sure you check out the video for it below, it's something else. Pretty sure what happens to the dude is the same thing that happened to me the last time I visited Stockholm. It was a nice trip! 

Media : WATCH: Devendra Banhart Narrates ‘The Existential Adventures Of Tim Maia’

Delivered... info@filtermmm.com | Scene | Mon 17 Dec 2012 11:03 pm
WATCH: Devendra Banhart Narrates ‘The Existential Adventures Of Tim Maia’

On September 25, 2012 Tim Maia's Nobody Can Live Forever: The Existential Soul of Tim Maia, was released via David Byrne's label Luaka Bop, ultimately earning the enviable iTunes title of "Reissue of the Year."

If you have yet to hear these remastered recordings from the '70s, first take a look at the two-and-a-half minute short, below, entitled The Existential Adventures Of Tim Maia. In just a few minutes, learn all about the reckless and brilliant Brazilian soul artist himself, as narrated by the captivating and calm-voiced Devendra Banhart.

When the entertaining video—expertly illustrated by Momo & Sprits—is over, you will fully agree with Banhart's initial description of Maia as "the man who lived on the very edge in every way possible."

Warning: your life is about to feel real boring. 

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«Begrabt das Kriegsbeil»

Delivered... Georg Modestin | Scene | Mon 17 Dec 2012 11:57 am

Die Paraden der Mardi Gras Indians am Karneval sind wohl der farbenfroheste Ausdruck des multikulturellen Erbes von New Orleans. Der Film «Bury The Hatchet» schaut hinter die Kulissen dieser afro-amerikanischen Tradition und folgt den Chiefs von drei Stämmen. Zwar sind die Strassenkämpfe zwischen ihnen Geschichte, doch stehen heute grössere Kämpfe an. Eine eindrückliche Langzeitdokumentation. - Am Donnerstag, 10. Januar 2013 um 18:30 am 4. Norient Musikfilm Festival.
 

 
La Nouvelle Orléans entstand 1718 als Gründung der französischen Mississippi-Gesellschaft. 1762, kurz vor Ende des Siebenjährigen Kriegs, der den Verlust von ganz Französisch Amerika mit sich bringen sollte, wurde die Stadt am Mississippi-Delta vom französischen König Spanien überschrieben. Sie verblieb im Besitz der spanischen Krone bis 1801, als sie zurück an Frankreich fiel. Die zweite französische Periode blieb indes ein Intermezzo, denn bereits 1803 veräusserte Napoleon Bonaparte New Orleans als Teil von Louisiana an die Vereinigten Staaten. Diese bewegte Geschichte hat architektonische Spuren hinterlassen, zum Beispiel stammen die auf das 18. Jahrhundert zurückgehenden Gebäude, die das berühmte Vieux Carré bzw. French Quarter bilden, aus der spanischen Zeit. Sie hat aber auch konfessionelle, sprachliche, kulinarische, musikalische und auch folkloristische Spuren hinterlassen, die der amerikanische «Way of Life» bis heute nicht ganz ausradiert hat.

Das French Quarter in New Orleans (Quelle: Photobucket.com)


 
Mardi Gras Indians

Die farbenfroheste Komponente des multikulturellen Erbes von New Orleans ist der Mardi Gras. Und die pittoreskesten Teilnehmer des Karnevals sind sicherlich die so genannten Mardi Gras Indians: in «Stämmen» («tribes») organisierte Gruppen, deren ausschliesslich afro-amerikanischen Mitglieder in prächtigen, indianischen Gewändern nachempfundenen Kostümen an Mardi Gras durch die Strassen paradieren.

Die Ursprünge des Brauches liegen im Dunkeln. Es wird vermutet, dass die ersten schwarzen «Indianer» um die Mitte des 19. Jahrhunderts, möglicherweise auch schon zuvor, am Karneval auftraten. Um diese Tradition zu erklären, wird gerne auf entlaufene Sklaven verwiesen, die in den Bayous (Sumpfgebieten) von Louisiana bei örtlichen Indianern Zuflucht gefunden hätten. Zu deren Andenken würden sich schwarze Amerikaner als Indianer verkleiden. Dieser Theorie kann aber entgegengehalten werden, dass das Phänomen der Mardi Gras Indians im gesamten karibischen Raum verbreitet ist, der sich in diesem speziellen Fall bis nach Brasilien erstreckt.

In der Vergangenheit waren die Auftritte der «tribes», die an eigentliche Strassengangs erinnern, von gegenseitigen Gewalttätigkeiten begleitet. Noch heute sind die Gangs hierarchisch organisiert, wobei hinter den einzelnen Chargen die einstigen «militärischen» Funktionen unschwer zu erkennen sind. So gibt es Späher, Nachrichtenübermittler und Leibwächter, die den Stammesführer im Getümmel schützen sollten.


 
Es gilt als Verdienst von Tootie Montana (1922-2005) – charismatischer «Chief of Chiefs» der Mardi Gras Indians von New Orleans – das Kampffeld Ende der 1960er Jahre befriedet zu haben. Die Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Stämmen werden nicht mehr physisch ausgetragen, sondern auf einer symbolischen Ebene: es geht nun darum, wer das extravaganteste Outfit trägt.

Treffen heutzutage zwei kostümierte Häuptlinge aufeinander, so entbrennt ein ritualisierter Hahnenkampf, in dessen Verlauf die beiden Kontrahenten versuchen, sich gegenseitig «auszutanzen». Diese Szenen gehören zu den entlarvendsten Einstellungen in Aaron Walkers Dokumentarfilm «Bury the Hatchet», der den Mardi Gras Indians gewidmet ist. Sein Titel, der sich mit «Begrabt das Kriegsbeil» übersetzen lässt, verweist auf die Friedensarbeit von Tootie Montana, der im Film buchstäblich vor den Augen des Publikums stirbt.

Trailer

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Dies geschah während einer Sondersitzung des Stadtrates von New Orleans, an der gegen die Indians gerichtete Polizeigewalt aufgearbeitet werden sollte. Die Indianer wurden dabei von einer Reihe ihrer Häuptlinge vertreten, darunter der betagte Tootie Montana, der während der Anhörung einem Herzanfall erlag. Sein Begräbnis, das ausschnittsweise im Film gezeigt wird, geriet zu einer machtvollen Demonstration des Brauchtums von New Orleans.

Tanzen, Singen, Nähen

Im Fokus der Dokumentation steht indes nicht Tootie Montana, sondern drei aktive Chiefs, denen die Kamera über einen längeren Zeitraum über die Schulter blickt. Dabei ist zu erfahren, dass die Vorbereitungen für den Mardi Grad sechs bis sieben Monate dauern, in denen hauptsächlich an den Kostümen gearbeitet wird. Diese bilden ein eigenes kunsthandwerkliches Genre. Aus dem Gezeigten wird klar, dass ein Häuptling über eine natürliche Autorität sowie über Tanz-, Gesangs-, aber auch Nähkünste verfügen muss. Das Aufgabenfeld der «tribes» beschränkt sich nicht nur auf die Kreation neuer Kostüme. Sie üben auch soziale Funktionen aus, indem sie beispielsweise Schülerinnen und Schüler aus unterprivilegierten Quartieren mit Schulmaterial versorgen.


 

 

 

Hurrikan Katarina

Der Hurrikan Katarina markiert eine brutale Zäsur in der Geschichte von New Orleans, deren Nachwirkungen noch lange nicht ausgestanden sind, wie am Beispiel der drei porträtierten Chiefs deutlich wird. Dies betrifft zum einen die rein materiellen Schäden, die bis zum Totalverlust des eigenen Hauses reichen. In Mitleidenschaft gezogen ist aber auch der soziale Zusammenhalt in der Stadt. Die einzelnen Indianerstämme waren fest in ihren «neighborhoods» verwurzelt. Dieses soziale Umfeld ist stellenweise zerstört, wie die Aufnahmen verwaister Strassenzüge zeigen, deren Bewohner in alle Winde zersprengt sind. Die Wiederbelebung der Stadt geht nur schleppend vor sich. Es bleibt abzuwarten, wie viele der zuletzt an die vierzig «tribes» längerfristig überdauern werden.

Einer der Chiefs bringt es im Film auf den Punkt: Bei den Mardi Gras Indianern geht es nicht einfach um ein Fest, sondern um eine Tradition. Diese Tradition ist um so bedeutungsvoller, als sie einer Bevölkerungsgruppe Halt gibt, die von ihren historischen Wurzeln gewaltsam getrennt worden ist.


 
Donnerstag, 10.1.2013, 18:30 // New Orleans! – Kino Reitschule Bern

Bury The Hatchet

Film von Aaron Walker, USA, 2010, 86 min.

«Until the Light takes us» – Black Metal in Norway

Delivered... Keith Kahn-Harris | Scene | Fri 14 Dec 2012 10:11 am

Norwegian bands used to be the spearheads of the early 1990s international black metal scene. In Norway however, they were branded as Satanists. This judgement was supported by the fact that there were indeed fans as well as musicians setting churches on fire and making the headlines with cases of murder and suicide. Many years later the two filmmakers Aaron Aites and Audrey Ewell went to visit those musicians. An upsetting, deranging yet most fabulous portrait. Screened on Friday 11.1.13 and Saturday 12.1.13 at the 4. Norient Musikfilm Festival. Für Deutsch, klick hier.

Norway is the embodiment of capitalist prosperity, with one of the world’s highest standards of living, an exemplary well-run state and a comprehensive welfare system. Yet it is also a country that Christianised later than almost anywhere else in Europe, was primarily rural and poor until well into the twentieth century and whose magnificent, intimidating landscape looms over and mocks its urbanised pretensions. The threat of savagery, embodied by the Quisling government in World War Two and the mass murders of Anders Breivik, provides a potent dark side to this outwardly peaceful society.

The 2009 documentary «Until The Light Takes Us» explores Norway’s extraordinary duality through the lives of some of the protagonists in one of the country’s most extraordinary phenomena – the Norwegian black metal scene. In the early 1990s, Norway was at the forefront of the development of black metal, an uncompromisingly Satanic offshoot of heavy metal. Norwegian black metallers from bands like Burzum, Emperor and Mayhem not only created a bewitchingly brutal and bleak musical style, they also tried to turn sonic terror into real terror. Black metallers became notorious for burning down many of the country’s ancient wooden churches and for acts of murder and suicide.

Years after the violence abated, «Until The Light Takes Us» catches up with some of the legendary figures in Norwegian black metal. The results are not always what you might expect. Certainly they remain uncompromising figures, dedicated to their art and unapologetic about the past. But the film also captures the texture of their unexceptional everyday life in a country that seems indifferent to them. Fenriz, drummer of Darkthrone and the focus of much of the documentary, is shown walking the rain-sodden streets, smoking, taking the train, going for a beer and living a life that seems solitary and even lonely. At the same time, we are reminded of his legendary status in underground black metal as he conducts interviews and visits an exhibition on black metal.

Trailer

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It is this jarring contrast between prosperous, alienating, dull normality and the notoriety and violence of black metal that «Until The Light Takes Us» captures so well. Varg Vikernes, the notorious racist and murderer of fellow black metal musician Euronymous is interviewed in his comfortable-looking prison. The viewer is at first lulled by his wry articulacy and when he finally reveals himself to be utterly unapologetic about the murder, his insouciance is unnerving.

«Until the Light takes us» is a study in the ironies of what happens after you have committed yourself to a transgressive life in a country whose comfortable assumptions seem to invite transgression, but where transgression is maddeningly tolerated. It shows Norway to be both a place of dull comfort and a place where the extraordinary bursts out with little warning. It is a country that is both intensely familiar and utterly exotic.

Friday, 11.01.2013, 9.30pm // Religion, Satanism and Black Metal – Kino Reitschule Bern

«Until the Light Takes Us»
Film by Aaron Aites & Audrey Ewell, USA/Norway, 2008, 93 min.

The two filmmakers are going to be present and there will be a discussion after the film.

Reservation for Friday tickets via E-Mail. Price including all three Friday-films CHF 25.—(Second screening of this movie: Saturday, 12.1, 16:00)

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Burzum – Morgenrøde Album: Belus 2010

«Little-Big» – Chalga-Pop and Metal

Delivered... Eran Livni | Scene | Thu 13 Dec 2012 4:06 pm

The movie Little-Big presents the strange love story between Bulgarian metalhead Boris Red and Chalga-Pop princess Desi Slava, a musician and a singer from two extremes of Bulgarian society. The movie further highlights video clips from a variety of Bulgarian music subcultures. A must see! - Screened on Saturday 12.1.13 at the 4. Norient Musikfilm Festival. Deutscher Text: siehe hier.

Filmmaker Yassen Grigorov and Chalga-Pop-Star Desi Slava


 
Chalga and metal simultaneously emerged during the 1980s in the margins of Bulgaria’s socialist realist music genres: folklore, estrada (Soviet-style pop and rock) and classical music. The regime designed these three music-styles to propagate its social engineering enterprise. “Modern” music forms, together with long rows of uniform apartment blocks, geometrical boulevards, industrial plants and neighbourhood parks were intended to mediate the evolution of Bulgarian peasants, Roma, Turks and other post-Ottoman ethnic minorities into an “authentic” homogeneous European nation. Metal and chalga signalled the crisis of Socialist Realist mediation by transgressing its ideological principles. Metal music subverted the “authenticity” component; chalga subverted the homogeneity counterpart.

Metalheads—longhaired, tattooed, pierced, dressed all-in-black, infused with cheap beer and different kinds of smoke—performed that indeed socialist Bulgaria built European-style urbanity: a grey, alienating and claustrophobic nightmare, in which nihilism and destruction were the only ways to maintain some sense of personal authenticity. The tragedy of metal was that, despite its oppositional rhetoric, it was fairly safe for the socialist regime. Metalheads subscribed to Socialist Realist modernism: urban aesthetics, generic homogeneity and stage performance. They disagreed with the regime’s cultural ideology only in regard to modernity’s inner meaning. Socialist Realist culture called people to evolve in a futuristic positivist manner. State-employed artists crafted reality as it “ought” to be, according to the Communist Party’s vision of modernization. Metalheads resisted this call by reacting with nihilistic negativism. How did state officials dismantle this resistance? They let metalheads express their nihilism relatively freely thereby turning resistance into playful aesthetics that lacked political impact.

Sisters of Radomir


 
Chalga, on the other hand, was received by the socialist regime as oppositional although rhetorically it had (and still has) nothing to do with politics. Chalgadzhii (Bulgarians who perform or listen to chalga) shattered the vision of national homogeneity by hybridizing oriental-Balkan and western aesthetics, pop and folklore, formal conventions as well as city and village types of sociality. Hybridity means that chalga has rejected the Socialist Realist message of evolution: building national modernity by adapting local cultural practices to European cultural genres. Chalga deviated from this project by refusing any generic cohesion; it varies from synthetic pop-folk stars like Desislava to small-time Romani bands. Popfolk stars perform global media in the quintessential Balkan tavern (a space for social drinking and eating); Romani bands perform the tavern in global media. However, due to chalga’s deviation from the modernist ideal of homogeneity, neither pop-folk stars nor Romani bands can fuse the two spaces (tavern and global media) together into one local modern space.

Desi Slava


 
More than two decades “after democracy came” (a prominent idiom for the post-1989 era) metal and chalga still mediate marginality. This time, however, their marginality comes in regard to each other. Metalheads tend to despise chalga, because its commercial nature and ethnic “backwardness” prove that capitalism is only another modernist lie. Chalgadzhii, on their part, tend to acknowledge this disdain but claim that they have no problem with metal, because, in principle, they are open to any kind of music. “We, Bulgarians, are hospitable” is a self-ironic idiom, with which both metalheads and chalgadzhii expresses this asymmetry. Why is it self-ironic? Because Bulgarian hospitality keys chalga to a metonym of Bulgarian identity: a quasi-form that is compliant with any kind of cultural domination. Bulgarian metalheads, on the other hand, carry a different aura of marginality. They mimic music imported from Europe and so their marginality is by choice, just like “truly” modern European people.

Trailer

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Can these two musical experiences of Bulgarian marginality communicate with each other constructively? Can Bulgarian metal and chalga generate a shared space of democratic Bulgarian identity? The movie LITTLE-BIG suggests that yes, but not as one shared musical form. The film presents scenes in which Bulgarian metalheads and chalgadzhii interact with each other but only in brief encounters, coexistence of hostility, or fantasy. This presentation is a self-ironic, because, at the bottom line, the two subcultures perform the same complex of Bulgarian marginality. Metalheads try to be modern by rejecting Bulgarian locality and replicating European counterculture; chalgadzhii by reaffirming that Bulgaria is indeed a marginal hybridity of European modernity.

Duet Dvorjak


 
Videoclips and Fotography from the film

1. Alternative Trailer

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Duet Dvorjak

2.

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Desi Slava «Dumi dve»

3.

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Sisters of Radomir «Hippies of Pernik÷

4.

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Makazchievi Duet

5.

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Desi Slava – Moeto Drugo Az

6.

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Grupa X «Zubobol»

«Children of the Bible» – Ein äthiopischer Rapper in Israel

Delivered... Daniel Lis | Scene | Mon 10 Dec 2012 6:16 am

Die Beta Israel – äthiopische Juden - machen annähernd zwei Prozent der israelischen Bevölkerung aus. Viele von ihnen fühlen sich ausgegrenzt. Der Film folgt dem israelisch-äthiopischen Rapper Jeremy Cool Habasch auf der Suche nach seinen Wurzeln nach Äthiopien. Er erzählt uns die Geschichten seiner Landsleute und nimmt uns mit bei seinem Kampf für mehr Rechte für die jüdisch-äthiopische Gemeinschaft. Einblicke in ein weniger bekanntes Israel, mit dem charmanten und engagierten Jeremy. - Am Fr, 11.1.13 am 4. Norient Musikfilm Festival.

Die Juden Äthiopiens – die Beta Israel – lebten bis in die Mitte des 19ten Jahrhunderts isoliert von der jüdischen Welt und führten in den letzten paar hundert Jahren in Äthiopien als verachtete Kaste eine zum Teil prekäre Existenz. Nachdem Beta Israel vom israelischen Oberrabinat als Dan – einer der zwölf israelitischen Stämme aus der Bibel – anerkannt wurden, brachte die israelische Regierung sie in den 1980er und 1990er Jahren in zwei spektakulären Mossad-Operationen («Operation Moses» und «Operation Salomon») nach Israel.

Heute leben in etwa 135’000 Israelis mit Beta-Israel-Herkunft im Land, was Israel neben den USA zur zweitgrössten äthiopischen Diaspora auf der Welt macht. Schaut man aber die Statistiken genauer an, ist ihr Anteil mit annähernd 2% an der israelischen Bevölkerung viel grösser als in den USA, wo die äthiopische Diaspora eine verschwindend kleine Minderheit darstellt (0.1%). Dies hat sich in den verschiedensten Sphären der israelischen Gesellschaft bemerkbar gemacht, sei es in der Armee, im Staatsdienst, in der Politik, an den Universitäten, und auch in der Präsenz äthiopischer Musiker in der israelischen Musikszene. Auch wenn die Integration äthiopischer Einwanderer von den israelischen Behörden immer wieder als Erfolgsgeschichte dargestellt wird, fühlen sich viele Beta Israel von der Mehrheitsgesellschaft ausgegrenzt. Für viele israelische Jugendliche äthiopischen Ursprungs öffnet sich zusätzlich eine Kluft: Die Generation ihrer Eltern kann sich oft nur schlecht auf Hebräisch verständigen, sie hingegen sprechen kaum Amharisch oder Tigrinya.

Es gibt eine ganze Reihe von äthiopischen Rappern in Israel, die sich über Israel hinaus einen Namen gemacht haben (z.B. Aksum oder auch Kalkidan). Aber in den äthiopischen Einwanderungsquartieren von Kiryat Malachi, Netanya, Rechovot, Aschdod oder Petach Tikva, gibt es noch viele bei uns unbekannte Gruppen und Formationen zu entdecken, wie etwa Bazzi-B, K.G.C., Damaka Ascher, Black Boy oder die noch sehr jungen Anschei Esch Kolot.

Der Dokumentarfilm Children of the Bible erzählt die Lebensgeschichte von Jeremy Cool Habasch. Jeremy ist ein jüdischer Rapper um die 40, der in Äthiopien geboren wurde. Mitte der 1980er, als Jeremy acht Jahre alt war, kam er mit seiner Familie nach Israel.

Gebannt lauschen im Film die Kinder von Jeremys Grossfamilie, die um ihn versammelt sind, den Erzählungen von einem zwei Jahre dauernden beschwerlichen Exodus einer äthiopischen Familie ins Gelobte Land – von den ca. 11’000 Beta Israel, die sich damals auf den Weg von Äthiopien in die Sudanesischen Flüchtlingslager machten, sollen um die 4’000 umgekommen sein. Nur knapp entkam auch der kränkliche Jeremy dem fast sicheren Tod auf der Reise.

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Abrupt wechselt die Szene und man landet mitten im Gewusel eines Hip Hop-Konzertes in Israel. Jeremy tritt vor einem äthiopischen Publikum auf und rappt vom Stolz auf seine äthiopischen Wurzeln. So lange hätten sie sich nach dem Heiligen Land gesehnt. Endlich seien sie angekommen.

Heute erscheint vielen Beta Israel-Jugendliche in Israel der afro-amerikanische Hip Hop viel attraktiver als die traditionelle Beta Israel Musik oder israelische Musikrichtungen. Damit über diese Begeisterung für die global zirkulierende Musik aber die eigenen Wurzeln nicht zu sehr verloren gehen, setzt Jeremy Cool Habasch auf das zeitgemässe Sprachrohr Hip-Hop: mit seinen Texten will er die Jugendlichen in ihrer Beta Israel-Identität stärken.

Äthiopischer Rap in Israel
1.

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Aksum «What About the Money»

2.

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K.G.C.

3.

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Anschei Esch Kolot

4.

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Kalkidan

5.

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K.G.C – Bazzi B

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